Joe auf der Innotrans 2022 mit Volker Wissing

Datum: 14.08.2024 | Forschung und Entwicklung

Forschung steckt in unserer DNA

Von der Prepaidkarte für das Bezahlen von Papierfahrscheinen bis zu Check in/Check out-Systemen für Smartphones: (((eTicket Deutschland entwickelt sich immer weiter. Das gilt für Techniktrends genauso wie für unser Sicherheitsmanagement. Sowohl unser Ticketing-Standard, die VDV-Kernapplikation, als auch unser Unternehmen sind das Ergebnis des Forschungsprojekts „Interoperable VDV-Kernapplikation“. Das Forschungsprojekt wurde von Partnern aus Industrie und Wissenschaft begleitet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Wir begleiten permanent Themen, die die Branche bewegen könnten. Mit Anwendungsfällen für Handys beispielsweise beschäftigen wir uns seit 2006. Die Idee, den Barcode fürs Handyticket zu verbessern, entstand 2015. Heute stellen wir der Branche den Motics zur Verfügung, der elektronische Tickets vor Kopien und Manipulationen schützt. 
Auch die SAM-Server, die aktuell bei der Rheinbahn und der Hamburger Hochbahn in Betrieb sind, wurden nach unseren Vorgaben und Spezifikationen entwickelt.
Ebenfalls ein Produkt der Arbeit unseres Forschungsbereichs: die 2. Generation unseres Sicherheitsmanagements (2GSI), die der Treiber hinter unserem neuen Ticketing-Standard (((etiCORE ist. Aktuell arbeiten wir an einem interoperablen Ticketspeicher, damit Account Based Ticketing auch über Verbundgrenzen hinweg funktioniert.

Massentaugliche Innovationen für die Branche

2005 hat niemand mit iOS gerechnet, 2015 niemand mit dem Huawei-Betriebssystem HarmonyOS und 2020 niemand mit dem 9€-Ticket: Weil auch wir keine Glaskugel haben, denken und forschen wir in alle möglichen Richtungen. Auch auf neue Versionen der gängigen Betriebssysteme müssen wir vorbereitet sein. Damit wir die technischen Lösungen und Systeme zur Verfügung stellen können, sobald die Branche diese benötigt. Deshalb stehen wir unter anderem im Austausch mit Unternehmen wie Google. 
Innovationen, die wir für die Branche entwickeln, müssen allerdings mit mehr als nur einem Anbieter oder System kompatibel sein. Sie müssen massentauglich und robust sowie diskriminierungsfrei zugänglich sein, um die Unabhängigkeit des ÖPNV zu gewährleisten. Anhand dieser Kriterien bewerten wir neue Technologien und Konzepte.

Woran wir aktuell forschen

Derzeit beschäftigen uns vier große Technikthemen, die für das Ticketing im ÖPV relevant sind beziehungsweise werden.

Bei Embedded Security werden sicherheitsrelevante Inhalt auf dem Modul – zum Beispiel dem Chip – gespeichert. So sind sie geschützt vor digitalen Manipulationen von außen. 
 

Verschlüsselungen von Daten müssen mittlerweile auch vor Angriffen mit Quantencomputern geschützt sein. Deshalb beschäftigen auch wir uns mit der Entwicklung von Post-Quanten sicherer Kryptographie, um Ticketing auch in Zukunft abzusichern.

Smart contracts sind digitale Verträge mit wenn-dann-Bedingung, die auf Blockchain-Technologie basieren. Ein solcher smart contract könnte dafür sorgen, dass ein Fahrgast weniger Leihgebühr für einen eScooter zahlt, wenn er sein Jobticket häufig dazu nutzt, Partnerangebote seines Verkehrsunternehmens zu buchen.

Fahrgäste haben die ausschließliche Hoheit über ihre Daten und können sie jederzeit ändern oder löschen, weil sie nicht von einer zentralen Instanz verwaltet und kontrolliert werden.
 

Cezary, Joe, Rene

Hinter allem, was wir uns ausdenken und entwickeln, stecken Joe, unser Leiter Forschung und Entwicklung, und sein Team. Das tun die natürlich nicht alleine: Weil wir Lösungen für die Herausforderungen der Branche entwickeln, ist der Austausch mit Verkehrsunternehmen und -verbünden sowie der Industrie für uns immens wichtig. 

Wir arbeiten mit Unternehmen wie Google und Apple zusammen, um beispielsweise mit Motics abgesicherte Tickets in die Wallet zu bringen oder per NFC auslesbar zu machen. Wir tauschen uns aber natürlich auch mit Universitäten aus. 

 

Die ÖPNV-Branche entscheidet, welche Idee umgesetzt wird

Wenn die Branche konkrete Ideen hat, was sich am Ticketing-Standard ändern soll beziehungsweise, was wir verbessern können, reichen die jeweiligen Personen einen sogenannten Change Request ein. 

In der Arbeitsgruppe Standardisierung (AGS) entscheiden wir gemeinsam mit Vertretern der Verkehrsunternehmen, welche CR für eine Umsetzung in Frage kommen. Was letztlich wirklich umgesetzt wird, entscheiden die Teilnehmenden von (((eTicket Deutschland gemeinsam bei der jährlichen Teilnehmerversammlung.

Schreib Joe!